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Meine Lieblingsserien: Reloaded

Mein letzter Post bezüglich meiner Lieblingsserien ist nun bereits schon vier Jahre alt. Die Zeit, sie rennt und mein Geschmack hat sich seitdem zwar nicht gänzlich, aber dennoch maßgeblich verändert. Es sind neue Serien erschienen oder ich habe bereits existierende  für mich entdeckt und einige neue Favoriten gefunden. Somit hier die 2023er Version meiner liebsten Serien. 

 

Vorab sei gesagt- wer ein Problem mit diversity und queeren Charakteren in Medien allgemein oder bei seinem eigenen Medienkonsum hat, klickt jetzt besser wieder weg und liest etwas anderes. Und kommt bitte auch nicht wieder :)


Disclaimer: Gesehen habe ich die Serien im englischen Original, kann somit also nicht für die Übersetzung der Witze und deren Wirkung, sowie die Synchronstimmen sprechen

Platz 3 : Our Flag Means Death 

 

Taika Waititi. Der Mann, dem ich spätestens seit "Wo die wilden Menschen jagen" und "Thor: Ragnarok" blind vertraue (Cate Blanchett als Hela meine Lieben. Ich wiederhole Cate. Blanchett. ), wenn es um meine Unterhaltung geht, hat es einmal mehr getan. Diesmal nicht in der Rolle des Regisseurs oder Screenwriters, dafür als einer der beiden tragenden Protagonisten, schafft Waititi es erneut mich völlig zu begeistern. 

In der Piratenkomödie "Our Flag Means Death" verlässt der wohlhabende, aber mit seinem Leben unzufriedene Stede Bonnet, gespielt von Rhys Darby, seine Familie, um Pirat und Kapitän zu werden. Schnell stellt sich heraus- für beides ist er nur mäßig geeignet, denn Stede und seine bunt zusammengewürfelte Crew von Außenseitern sind zu sanft und ungeschickt für ihre eigenen Ziele. Als sie eines Tages auf den berühmt berüchtigten und stark gefürchteten Piraten Ed "Blackbeard" Teach (Taika Waititi) treffen und diesen gemeinsam mit seiner rechten Hand Izzy auf ihrem Schiff aufnehmen, ändert sich Stedes Alltag maßgebend und gemeinsam entstehen nicht nur neue Abenteuer, sondern auch zarte Gefühle....

Während die Thematik der der Piraterie hauptsächlich als Rahmenhandlung existiert, so konzentriert sich die Serie primär auf die Dynamik zwischen den Charakteren, ihrem Witz und Charme, etwas, das mir immer sehr gefällt. Besonderer Fokus liegt dabei natürlich auf den beiden Protagonisten, doch auch die Nebencharaktere kommen in ihrer Entwicklung und ihrer Tragweite für den Plot nicht zu kurz und lassen sich mit Spannung verfolgen. Diversity wird hierbei großgeschrieben. Seien es Sexualitäten, Geschlechtsidentitäten, Ethnizität oder soziale Herkunft - in "Our Flag Means Death" befindet sich eine weite Bandbreite jeglicher Figuren und Beziehungskonstellationen. Dabei finde ich es besonders erfrischend, dass aus der Repräsentation in der Serie kein großer Hehl gemacht wird, sondern sie einfach stattfindet und völlig natürlich und ungezwungen existieren darf. 

Das Highlight bleibt trotz vieler cooler Charaktere nichtsdestotrotz die sich langsam entfaltende Romanze zwischen den beiden Kapitänen. Dass Taika und Rhys sich seit Jahrzehnten kennen spiegelt sich in der Chemie zwischen Stede und Ed von ihrer ersten gemeinsamen Szene an sofort wider. Es ist unmöglich die beiden gemeinsam auf dem Bildschirm zu sehen ohne dass dem Zuschauer warm ums Herz wird. Besonders Stedes Reise zur Selbsterkenntnis führt dabei zu einer der schönsten Szenen, die ich bisher im TV gesehen habe. 

Bisher ist erst eine Staffel der Serie erschienen, die auch noch auf einem fiesen Cliffhanger endet. Umso mehr freue ich mich aber auf die nächste und die neue emotionale Tiefe, die sie annehmen wird. 

 

 -"What's her name?"

    - "Ed. His name is Ed"            

 

-> streamen bisher im deutschsprachigen Raum leider nur auf RTL+ möglich 

 

Hier einige spoilerfreie Einblicke:

Platz 2 : Good Omens

 

2020 und somit ein Jahr nach Veröffentlichung der Serie stolperte ich zufällig auf Amazon Prime über "Good Omens". Gerade frisch aus meinem Supernatural Fieber heraus, klang der Plot rund um Himmel, Hölle und allem dazwischen sehr interessant und bereits nach den ersten Minuten war ich völlig verzückt und wusste, ich bin gerade auf ein wahres Schätzchen gestoßen.  

Good Omens, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Terry Pratchett und Neil Gaiman, begeistert nicht nur mit einem Mix aus Humor, Fantasie und einem Hauch von düsterer Endzeitstimmung, sondern ganz besonders mit der unglaublichen Chemie zweier Charakteren, die liebenswerter und herzerwärmender nicht sein könnten. Der coole, scharfzüngige Dämon Crowley und der herzige, drollige Engel Aziraphale sind mit David Tennant und Michael Sheen in den Hauptrollen herausragend besetzt. Keine Schauspieler könnte ich mir in ihren Schuhen besser vorstellen, denn die beiden wissen es ihre Charaktere mit Lebendigkeit und Charme auf den Bildschirm zu bringen, wie keine anderen. Die Freundschaft und zarte Romanze  zwischen den beiden Entitäten ist das Herzstück der Serie und gibt ihr eine Wärme, die ihresgleichen sucht. Darüber hinaus ist die eigentliche Handlung gar nicht mehr so wichtig. Genial, ja das ist sie allemal, vermag es genau die richtige Balance zwischen Leichtigkeit und Tiefgang zu finden, doch ich hätte den beiden auch stundenlang beim Teekränzchen zugesehen und mich prächtig unterhalten gefühlt. 

In nur sechs Folgen ist die Geschichte des Buches dann aber auch schon auserzählt und somit galt Good Omens zunächst als abgeschlossene Serie - bis 2022 schließlich die Neuigkeiten einer Fortsetzung abseits der Romanhandlung unter Neil Gaiman verkündet wurden. Nun, drei Jahre nachdem ich eine neue Lieblingsserie für mich entdeckt habe, könnte ich mich unmöglich auf etwas mehr freuen als eben diese neue Staffel, die die Leben zweier meiner liebsten TV Charaktere weitererzählt. Ich freue mich auf ein erneutes himmlisches ( höllisches? irdisches?) Zusammenspiel der beiden und zu sehen, wohin sie ihre Reise diesmal führen wird. 

 

-> streamen auf Amazon Prime Video

Platz 1 : What We Do In The Shadows 

 

"What We Do In The Shadows" wurde mir bereits vor einiger Zeit empfohlen, dennoch hat mich die Serie auf den ersten Blick nie wirklich angesprochen. Vielleicht liegt es an der Abneigung, die ich seit dem Disaster, das sich Twilight nennt, gegenüber Vampiren entwickelt habe oder aber dem schlichten Fakt, das ich keine Vorstellung davon besaß, was mich in dieser Serie denn wirklich erwarten würde, jedenfalls kam ich nie weiter als bis zum Titelbild auf Disney+. Hier kommt nun mein Platz 3 noch einmal ins Spiel. So hatte ich nach beenden von "Our Flag Means Death" einen kleinen Serien Hangover. Nichts hat mir mehr gefallen und alles was ich sehen wollte, war mehr von dem Humor, den die Serie und ihre Charaktere besitzen. Auf der Suche nach Empfehlungen stolperte ich dabei nun erstmals wieder über Wwdits und siehe da - Taika Waititi stellte sich doch tatsächlich als Mitentwickler der ursprünglichen Idee dafür heraus. Ich erspare an dieser Stelle erneute Lobpreisungen an diesen Mann. 

Im Gegensatz zu den beiden anderen Serie, konnte mich die erste Folge dieser Serie zunächst nicht wirklichen überzeugen (auch wenn ich sie mittlerweile genial finde) , da ich aufgrund der Verbindung zu Ofmd etwas völlig anderes erwartet habe. Ganz schnell habe ich dann aber erkannt, dass sich die beiden Serien in ihrem Witz und Charme nicht nur ähneln, sondern "What We Do in The Shadows" es gar vermag, alle anderen bisher gesehenen Serien an Komfort und Unterhaltung noch zu übertreffen. 

Die Hauptfiguren der Serie bestehen aus einer Gruppe von Vampiren: dem Ehepaar Laszlo und Nadja, ehemaligem Soldat und nun Vampir Nandor und dem Energie-Vampir Colin Robinson, die gemeinsam mit ihrem menschlichen Assistenten Guillermo in einem Haus in Staten Island leben und den Zuschauer an ihrem turbulenten Leben teilhaben lassen. Jeder Charakter hat dabei seine eigenen Eigenheiten und sagen wir einmal etwas "spezielle" Persönlichkeit, die für viele humorvolle und skurrile Szenen sorgen. Es gibt keine Folge bei der ich nicht früher oder später laut lachend vor dem Fernseher sitze.  

Besonders die Beziehungen der Vampire untereinander und zu den zahlreichen Nebencharakteren machen die Serie und ihre Figuren so lebendig. So gibt uns die Serie einige der liebenswertesten Verbindungen, die ich bisher gesehen habe; Laszlos und Nadjas "So und nicht anders-" Beziehung, von der wohl ein jeder träumen kann; das wachsende Band von Nadja und 'The Guide'  und natürlich auch das Ship, das mich jede Folge aufs neue hibbeln und bangen lässt- Nandor und Guillermo. Die Macher wissen einfach, wie sie ihre Zuschauerschaft bei Laune halten und interessante Dynamiken schaffen. Dabei war es durch Nadja sowieso ganz schnell um mich geschehen. Nicht nur ist Natasia Demetriou in ihrer Rolle eine Freude fürs Auge (*schmacht*), sondern haucht einer der unterhaltsamsten Protagonistinnen, die ich je in Medien kennengelernt habe, leben ein. Nadjas Charakter ist genial, von ihrem unvergesslichen Dialekt, der mir manchmal noch Stunden nach der Folge durch den Kopf geistert bis hin zu ihrem trockenen Humor, der für die meist zitierten Oneliner sorgt, es gibt keine Sekunde, die ich sie nicht auf meinem Bildschirm sehen möchte und in der sie die Story nicht bereichert- nun ja, abgesehen von ihrem Gesang vielleicht....

"What We Do In The Shadows" bringt frischen Wind in die Serienlandschaft, nimmt sich selbst nicht zu ernst und hat dennoch durchgehend spannende Handlungsstränge und tiefgängige Momente. Die Vielfältigkeit der Serie und wie leicht sie es dem Zuschauer macht, sich in die einzelnen Charaktere zu verlieben macht sie zu einer ganz besonderen. Im Juli erscheint Staffel 5, eine sechste Staffel ist ebenfalls bereits angekündigt und kann es nicht abwarten, mehr von der bunten Truppe auf meinem Bildschirm zu sehen. 

 

- Ich werde Krepppapier wohl nie mehr mit den gleichen Augen sehen - 

 

-> streamen auf Disney+

Wer mehr als eine der obigen Serien kennt oder gesehen hat, wird schnell feststellen, dass sie zwar sehr individuell sind, sich aber dennoch den gleichen 'dorky' Humor und schrullige Charaktere teilen. So nenne ich sie auch liebevoll meine "Holy Trinity" der TV Shows (die NICHT queerbaiten, looking at you Sherlock & Supernatural....) und kann eine jede nur wärmstens empfehlen. Wer eine der Serien mag, dem gefallen mit Sicherheit auch die anderen. Sie sind allesamt reich an liebenswerten Charakteren und stelle diese über die eigentliche Handlung, was es beinahe unmöglich macht, sie nicht ganz schnell ins Herz zu schließen. 

 

 

Weitere erwähnenswerte Serien, die ich momentan gerne sehe: 

 

- Glow Up: Britain's Next Make-Up Star

Eine Make-Up Competition Show, bei der die MUA's unglaubliche Kreativität beweisen, die mich stets aufs neue fasziniert. 

 -> streamen auf Netflix 

 

- RuPaul's Drag Race 

Eine weitere Competition Show, diesmal mit Drag Queens und diversen humorvollen Challenges.

Dieses Franchise hat es mir ganz besonders angetan. Seit der ersten Folge habe ich nicht nur etliches lernen können und Drag Queens für mich entdeckt, sondern mich auch durch sämtliche Staffeln aus allen Ländern gearbeitet und habe dabei stets so so viel Spaß. Mein vermutlich stolzester Moment bisher- meinen Vater mit dem Fieber anzustecken, der die neuen Staffeln nicht nur gespannt mit mir verfolgt, sondern auch mit zu Heels of Hell in Amsterdam gekommen ist und noch immer einmal unbedingt Adore live singen hören möchte. Am dankbarsten bin ich dabei für dieses offene mindset, das leider noch nicht jeder besitzt. 

 -> streamen auf Netflix und WoW Presents Plus

 

- Black Mirror

Die Anthologie für jeden Fan von Dystopien. In einzelnen abgeschlossenen Folgen werden düstere, futuristische Szenarien rund um Gesellschaft und Technologie geschaffen, die lange im Gedächtnis bleiben. Manche Folgen treffen dabei eher den eigenen Geschmack als andere, aber sie sind alle so vielfältig, dass sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei ist. Achtung, vieles lässt sich nicht mehr so schnell wieder vergessen....

-> streamen auf Netflix

 

- Extraordinary 

Positiv überrascht, hat mich die Serie rund um Jen, die in einer Welt, in der alle eine bestimmte, meist skurrile Superkraft besitzen, noch ungeduldig auf ihre eigene wartet und dabei mit ihren Freunden für viele witzige Momente sorgt. Locker-leicht für zwischendurch, dabei jedoch auch gespickt mit der ein oder anderen Lebensweisheit. Ich freue mich auf weitere Staffeln in der Zukunft. 

-> streamen auf Disney+ 

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